Ori

Was ist eine Orientierungsfahrt?

... eine motorsportliche Veranstaltung, die unheimlich viel Spass macht. Bei einer Orientierungsfahrt kommt es darauf an, dass ihr mittels der Aufgabenstellung den richtigen Weg findet und dadurch möglichst alle Kontrollen in der richtigen Reihenfolge erreicht. Neben der Fahrerei, die immer den Verkehrsvorschriften entsprechen muss, spielt die mentale Fitness des Beifahrers / der Beifahrerin also eine große Rolle, da ihr erst durch die Berücksichtigung aller Aufgaben der Durchführungsbestimmungen vorne dabei seid.




 

Fahrer MSC Münchberg

Fahrer Beifahrer Fahrzeug
Arthur Kiessling Alexander Kiessling
Wolfgang Leitloff Bernd Wolfrum
Stefanie Heinritz Sabine Weise  


Kreuzungszeichen

Kreuzungszeichen findet man bei den einfachsten Orientierungsfahrten, aber auch die Teilnehmer der Rallye-Weltmeisterschaftsläufe finden ihren Weg nach diesen Darstellungen. Wer zum ersten Mal eine Seite mit Kreuzungszeichen sieht, fühlt sich an chinesische Schriftzeichen erinnert. Wohl auch deshalb heißen die Kreuzungszeichen bei Insidern „Chinesenzeichen“. Mit den Chinesenzeichen werden Straßenkreuzungen, Abzweigungen, Kurven usw. dargestellt, die im Verlauf einer Veranstaltung oder eines Streckenabschnittes befahren werden.
Das Ganze sieht dann etwa so aus:
Im Prinzip funktioniert es ganz einfach:
a) man kommt immer von unten
b) man fährt immer in Richtung des Pfeils
Zur Verdeutlichung werden die Zeichen meist mit Entfernungsangaben versehen:
Die Entfernungen können entweder den Abstand der einzelnen Zeichen untereinander angeben, oder die Kilometrierung erfolgt durchgehend, wie beim Kilometerzähler des Autos. Dies ist aber schnell zu durchschauen: Werden die Zahlen immer größer, so ist durchgehend kilometriert. Ansonsten gelten die Entfernungen von Zeichen zu Zeichen. Die Kilometerangaben haben den Vorteil, dass man nicht jede kleine Kreuzung anführen muss, sondern erst nach der entsprechenden Entfernung die jeweilige Kreuzung (Abzweigung etc.) zu befahren hat. Gute Dienste leistet dabei der Tageskilometerzähler, mit dem heute fast jedes Auto ausgerüstet ist. Einen Tripmaster (?) braucht bei unseren Fahrten niemand. Dabei handelt es sich übrigens um einen Kilometerzähler, der auf 10 Meter genau arbeitet.
Ist bei den einzelnen Zeichen keine Entfernung angegeben, spricht man von „Chinesen nach Natur. Hier ist jede Kreuzung oder Abzweigung verzeichnet, um den Teilnehmer auf den rechten Weg zu lotsen.
Eine weitere Schwierigkeit kann darin bestehen, dass die einzelnen Zeichen nummeriert sind. Dann sind sie meist nicht in der numerischen Reihenfolgen aufgeführt, sondern hübsch durcheinandergewürfelt, so dass man das nächste passende Zeichen erst suchen muss.

Vorsicht ist auch geboten, wenn die Zeichen mit einem Punkt versehen sind. Dann kommt man nicht unbedingt von unten, sondern aus der Richtung des Punktes und fährt in Richtung des Pfeils.




 

Kartenskizzen

„Das kann ja wohl jeder“, ist die Reaktion der meisten Leute, wenn sie eine Kartenskizze sehen. Grundsätzlich stimmt das auch. Aber einige Anmerkungen gibt es auch hierzu. Eine in der Karte eingezeichnete Strecke zu fahren, dürfte für jemanden, der ein kleines bisschen Orientierungssinn besitzt, kein Problem sein. Der einzige Haken an der Sache ist, dass man nicht erkennen kann, ob der Strich, der die Strecke darstellt, eine gut ausgebaute Bundesstraße bedeckt, oder einen Feldweg, auf dem vor Jahren der letzte Traktor entlang getuckert ist. Das folgende Beispiel soll das verdeutlichen:
Viel öfter trifft man aber auf die „Pfeilskizze“: Die zu fahrende Strecke ist nicht als durchgehende Linie in der Karte dargestellt, sondern in Form von Pfeilen. Wenn man sich den Grundsatz vor Augen hält, dass jeder Pfeil in seiner ganzen Länge vom Beginn (Fuß) bis zum Ende (Pfeilspitze) zu fahren ist, ist das eigentlich auch ganz einfach. Eigentlich. Und dass von der Spitze des letzten Pfeils bis zum Fuß des nächsten Pfeils die kürzeste mögliche Verbindung zu wählen ist, erscheint auch noch ziemlich logisch. Die listigen Veranstalter von Orientierungsfahrten haben aber auch hier Mittel und Wege entdeckt, dem Beifahrer in einem Ori-Auto
das Leben schwer zu machen: Sie versehen den Pfeil mit einem kleinen Haken, so dass man ihn plötzlich aus einer ganz anderen Richtung anzufahren hat, als das auf den ersten Blick zu erkennen ist. Oder die Spitze des Pfeils ist ein wenig geknickt, und zeigt so in einen schmalen Nebenweg, anstatt der gut ausgebauten Hauptstraße zu folgen. Möglichkeiten gibt es viele.
Es gibt Veranstalter, die als „verdeckte Aufgabenstellung“ das Kreuzen bereits gefahrener Strecken oder das Befahren in Gegenrichtung verbieten. Das erfordert zum einen ein gutes Gedächtnis, was die bereits zurück gelegte Strecke betrifft. Zum anderen muss man eben eine geeignete Alternativ-Strecke suchen, auch wenn die dargestellte Strecke vordergründig noch so attraktiv erscheint. Hier geht es aber wirklich ans Eingemachte, und auch versierte Ori-Spezies vergießen dann schon manchen Schweißtropfen.

Hier muss man sich aber auch mal in die Rolle des Veranstalters versetzen: Irgendwo soll ja eine Wertung zustande kommen. Wenn man alles ganz einfach und durchsichtig aufbaut, stehen zum Schluss nur Gesamtsieger auf dem Treppchen — und das ist ja auch nicht Sinn der Sache. Deswegen sollte man immer versuchen, aus seinen Fehlern zu lernen und bei den alten Hasen mal den einen oder anderen Trick abzuschauen.




 

Übertragskizzen

Kartenskizzen lassen sich auch in Form von Übertragskizzen darstellen, d. h. in den Fahrtunterlagen findet sich nur ein nichts sagender „Wurm“.
Erst wenn man diesen Wurm auf ein durchsichtiges Papier (Profis nehmen Klarsichtfolie und wasserfesten Filzstift) überträgt und ihn richtig auf einer Landkarte positioniert, ergibt sich daraus eine sinnvolle Strecke. Hat man den Wurm erst mal genau auf die Folie übertragen und liegt diese korrekt auf der Karte, kann eigentlich schon nichts mehr schief gehen. Der Rest läuft genau so ab, wie oben unter »Kartenskizzen“ beschrieben.
Natürlich lässt sich auf diese Weise auch eine Pfeilskizze erarbeiten, bei der aber nur genauestes Zeichnen zum Erfolg führen kann.




 

Drehpunktskizzen

Eine Variante der Übertragskizze ist die Drehpunktskizze. Auch hier findet man in den Fahrunterlagen wieder den oben gezeigten „Wurm‘. Allerdings ist er hier durch mehrereQuerstriche zerstückelt:
Zunächst überträgt man auch hier den Wurm mit all seinen Querstrichen auf die Folie. Wenn man diese jetzt auf der Karte platziert, stellt man fest, dass allenfalls der Abschnitt vom Start bis zum ersten Querstrich eine fahrbare Strecke ergibt. Man steckt nun beim ersten Querstrich eine Nadel in die Skizze und dreht (daher der Name „Drehpunktskizze‘) die Skizze so weit, bis sich wieder eine logische Strecke bis zum nächsten Drehpunkt ergibt. Wenn man bei jedem Drehpunkt so verfährt, gelangt man ans Ziel.




 

Fischgräte

Die Fischgräte verlangt vom Beifahrer ein gewisses Maß an abstraktem Denken. Es ist auch etwas kompliziert, diese Art der Aufgabenstellung in der Theorie zu erklären. Wir wollen es trotzdem mal versuchen:
So sieht sie also aus, die Fischgräte. Im Grunde handelt es sich um eine Variante der Kreuzungszeichen. Der Strich vom Punkt zum Pfeil stellt die zu fahrende Strecke dar. Da diese Strecke aber in den seltensten Fällen immer geradeaus verläuft, sind die einmündenden „Gräten“ sehr wichtig. Die Gräten stellen die Straßen dar, welche nicht befahren werden dürfen. Welche Form die dargestellte Kreuzung oder Einmündung in der Natur hat, sieht man erst, wenn man dort ist.
Gerade bei der Fischgräte gilt „Learning by doing“. Weit schweifende theoretische Erklärungen würden hier nur verwirren. Wenn man erst mal davor sitzt und die ersten Kilometer gefahren ist, stellt sich das Erfolgserlebnis ganz von selbst ein.